Meine Erfahrungen mit den Pflanzen wachsen stetig. Dieses Wissen und die Freude über die Pflanzen gebe ich dir gerne weiter.
Ich lade dich ein, die Pflanzen und die Natur zu betrachten und ihr in stillen Momenten zuzuhören. Wer weiss, was dir die Pflanzen zu erzählen haben…
Alles ist bereits da. Es gilt lediglich, es wahrzunehmen.
Räuchern von Räumlichkeiten
Die Räumlichkeiten, in denen wir leben oder arbeiten, sind gefüllt von Emotionen und somit Energie. Diese Energien können sich im Verlaufe der Zeit verdichten und sich unter Umständen auch schwer anfühlen. Kennst du das Gefühl, einen Raum zu betreten, im dem es sich eng anfühlt, obwohl er geräumig erscheint? Oder das Gefühl, sich in einem Raum nicht wohl zu fühlen, nicht zur Ruhe kommen zu können?
Es gibt verschiede Varianten, um Räumlichkeiten von dichten Energien zu reinigen. Eine davon ist das Räuchern. Weitere Methoden sind das Befragen des Wohnungs- oder Hauswesens oder das Anbinden der Wohnung an die Natur.
Räuchern kann man mehr oder weniger regelmässig. Besonders empfehlenswert ist Räuchern jedoch bei einem Neueinzug in eine Wohnung, nach Phasen von häufigem Streit oder Stress, nach Änderungen in der Bewohnerschaft, nach längerer Krankheit oder generell, wenn man sich unwohl fühlt in einem Raum oder der Wohnung.
Es gibt verschiedene Arten zu Räuchern und auch zahlreiche Verwendungen von verschiedenen Kräutern, Blüten und Harzen. Die Variante, welche ich für die Reinigung von Räumlichkeiten praktiziere und auch anbiete, ist mit sehr viel Rauch. Ich benutze dazu heimische Kräuter mit reinigenden Eigenschaften und verzichte auf exotische Gewächse. Nach Möglichkeit verwende ich Kräuter aus eigenem Anbau.
Ausgleich fürs Räuchern: individuell nach Absprache (Grösse der Wohnung/Haus, Wegzeit).
Pflanzenportraits
Die Vielfalt der Pflanzen ist ein Wunder.
Einigen Pflanzen fühle ich mich besonders verbunden. Diese findest du untenstehend portraitiert.
Die Vielfalt der Portraits wächst laufend.
Löwenzahn
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Beinahe alle kennen ihn. Im deutschsprachigen Raum hat er über 500 verschiedene Namen. Einer davon ist Sonnewendlig und begleitet mich eng.
Diese Pflanze fasziniert mich seit meiner Kindheit: leuchtend gelb, eine Blüte wie eine Sonne. Strahlend und voller Lebensfreude. Und dann kommt die Metamorphose. Wurde die Blüte bestäubt, schliesst sie sich. Am nächsten Morgen öffnet sie sich wieder als Pusteblume, um ihre Samen mit dem Wind in die Welt hinaus zu tragen.
Der Löwenzahn hat die Fähigkeit, das Gemüt zu erheitern. Wenn du dich niedergeschlagen fühlst, versuch einmal folgendes: Setze dich in eine Wiese voller Löwenzahnblüten. Schliesse deine Augen und höre genau hin. Welche Geräusche nimmst du wahr? Kuhglocken, Verkehrsgeräusche, Hundegebell, Summen der Insekten, Mähmaschinen, Vogelgezwitscher? Wenn du dich satt gehört hast, öffne deine Augen und pflücke eine Blüte. Betrachte diese von allen Seiten, rieche an ihr. Nimm dir Zeit dafür. Bedanke dich bei der Pflanze, dass sie da ist und dich mit ihrer Kraft unterstützt. Und zum Schluss danke dir selber für den bewusst geschaffenen «ich-Moment».
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In der Volksheilkunde gilt der Löwenzahn als eines der besten Lebermittel. Er ist sehr gut für die Verdauung und wirkt stark harntreibend. Das hat ihm auch den Namen «Bettseicherli» eingebracht.
Alle Teile der Pflanze sind essbar.
Blätter:
Vor der Blüte gesammelt, sind sie noch zart und mild. Fein geschnitten schmecken sie wunderbar in Salaten. Werden die Blätter im Frühling regelmässig gegessen, vertreiben sie die Frühjahrsmüdigkeit und unterstützen den Körper beim Entschlacken.Knospen:
Die noch geschlossenen Knospen sind eine kulinarische Überraschung.Die Knospen können mit fein gehacktem Knoblauch kurz in Olivenöl angedünstet werden. So serviert zum Apero ersetzen sie zum Beispiel Oliven. Oder du kannst die angedünsteten Knospen auch über Teigwaren geben.
Löwenzahnknospen nicht allzu reichlich verwenden. Aufgrund der intensiven und vielleicht ungewohnten Anregung der Lebertätigkeit kann leichte Übelkeit entstehen.
Blüten:
Fein gezupft eignen sie sich als Dekoration für Salate oder Desserts. Sie können auch gut in Teemischungen gegeben werden.Wurzeln:
Aus den Wurzeln kann Tee zubereitet werden. Die Wurzeln ausgraben, waschen, fein schneiden und trocknen. So hast du auch für spätere Aufgüsse vorrätig. Wurzeln können grundsätzlich das ganze Jahr über gesammelt werden, wobei ihre Inhaltsstoffe je nach Jahreszeit leicht variieren. -
Das ist mein Lieblingsrezept im Frühling. Und unsere Kinder helfen mit Freude beim Sammeln mit.
Zutaten (ergibt ca. 5 Gläser à 2dl):
300 g Löwenzahnblüten
1 Liter Wasser
1 Bio Zitrone in Scheiben
1 Kg ZuckerZubereitung:
Blüten bei voller Nacnmittagssonne ernten, von den Stängeln zupfen und kurz waschen.Mit dem Wasser übergiessen und ca. 2 Stunden ziehen lassen.
Zitronenscheiben zugeben und das Gemisch kurz aufkochen. Abkühlen lassen und mit einem Mulltuch bedeckt über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Morgen das Gemisch mit einem Mulltuch oder Sieb absiehen.
Die aufgefangene Flüssigkeit mit Zucker (1:1) aufkochen und ca. 2-3 Stunden leicht köcheln lassen. Gelierprobe machen. Ist der Honig zu dünn, noch weiter einköcheln lassen.
In saubere und trockene Gläser abfüllen und mit Deckel verschliessen.
An einem kühlen und dunklen Ort gelagert hält der Löwenzahnhonig ca. 1 Jahr oder länger. Bei uns schwindet der Vorrat – auch dank der Mithilfe der Kinder – jeweils schnell.
Übrigens, wenn du den Löwenzahnhonig nicht selber herstellen möchtest: Bestell einfach mein Frühlingspaket, dort ist er mit dabei.
Holunder
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Der Holunder gilt als Bauernapotheke. Er ist eine der ältesten und heiligsten Pflanzen in unserem Kulturkreis. Früher hatte jeder Hof einen eigenen Hofholunder. Dieser galt als heilig.
Um den Holunder ranken sich zahlreiche Mythen und Geschichten. Einige davon möchte ich gerne erzählen.
Der Holunder ist die Pflanze, welche Leben und Tod vereint. Laut der Mythologie wohnt Frau Holle in der Erde unter dem Holunderbusch. Frau Holle ist die Grossmutter der Erde. Die Toten steigen zu Frau Holle hinab und die Neugeborenen entspringen durch sie. Sie ist somit die Mutter der Toten und die Mutter des neuen Lebens. Dies wird auch symbolisiert durch die schwarzen Beeren (stehen für den Tod und sind roh auch giftig) und die weissen Blüten (stehen für die Wiedergeburt).
Der Holunder ist ein heiliger Ort. An dessen Stamm haben Kobolde und Zwerge ihr Tor von der Unterwelt in die Oberwelt. Früher hat man deshalb regelmässig Opfergaben an den Hofholunder gemacht (Mehl, Milch oder Bier für die Zwerge). Die Pflege des Hofholunders war eine wichtige Aufgabe der Hausfrau, da dieser Busch über Gesundheit und Krankheit sowie über Leben und Tod wacht. Erkrankte jemand in der Familie, packte die Hausfrau die Krankheit symbolisch in Tücher und hängte diese Bündel an den Hofholunder. Damit Frau Holle die Krankheit in die Erde leiten und transformieren konnte.
Auch im Mittelalter wurde der Holunder mit dem Tod in Verbindung gebracht. Zum Beispiel wurde die Grösse des Sarges mit einer Holundergerte ausgemessen, nicht mit dem sonst verwendeten Meterstock. Zudem benutzten die Kutscher, welche die Särge zum Friedhof brachten, eine Holunderrute anstelle einer Peitsche.
In England trugen die Grabschaufler auf dem Friedhof zum Schutz jeweils ein Stück Holunderholz auf sich.
Man sagt: Vor dem Wachholder sollst du aufs Knie gehen, vor dem Holunder den Hut ziehen.
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In der Volksheilkunde wird Holunder für virale Erkältungen, zur Blutreinigung sowie zur Verdauungsförderung angewendet. Früher wurden alle Teile des Strauches genutzt, heute ist nur noch die Nutzung von Blüten und Beeren gängig.
Blüten:
Eignen sich für sämtliche viralen Erkältungen. Ein Tee aus Holunderblüten ist schweisstreibend und entgiftend.Beeren:
Roh sind sie giftig. Gekocht ergeben sie ein schmackhaftes und vitaminreiches Mus und sind stark wärmend. -
Zutaten (ergibt ca. 2 Liter Sirup):
2.5 kg Holunderbeeren, gewaschen und ohne Stiel
½ Liter Wasser
1 kg ZuckerZubereitung:
Alle Zutaten in einen Topf geben. Aufkochen und immer wieder umrühren. Während ca. 30 Minuten leicht köcheln lassen.Das Mus durch ein Sieb streichen. Den aufgefangenen Saft nochmals aufkochen und in saubere Flaschen abfüllen.
Der Holunderbeerensirup eignet sich als Getränk oder schmeckt auch als Dessert herrlich über Vanilleglace.
Tipps
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Beim Sammeln von Pflanzen gibt es einige Dinge zu beachten.
Achtung Verwechslungsgefahr! Pflücke nur, was du wirklich kennst. Eine einwandfreie Bestimmung ist wichtig, da so Verwechslungen mit teilweise auch giftigen Pflanzen vermieden werden können.
Wähle einen Sammelplatz, der abseits von Strassen oder Hundespazierwegen liegt.
Nehme nur soviel wie notwendig und nie alles von einer Pflanzenart. Streife umher und pflücke da und dort etwas.
Reisse die Pflanze nie mit ihren Wurzeln aus (ausser du möchtest die Wurzeln verarbeiten). Zupfe Blüten und Blätter sorgfältig ab, ohne die Stiele zu verletzen.
Gehe beim Sammeln mit offenen Augen, offener Nase, offenen Ohren und offenem Herzen durch die Natur. Es ist ein Geschenk, voller Präsenz und Achtsamkeit in der Natur verweilen zu können. Sie gibt viel zurück.
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Die Pflanzen jeweils nur kurz mit kaltem Wasser abspülen. Liegen sie länger im Wasser, gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Eine möglichst zeitnahe Weiterverarbeitung ist wichtig.
Um Pflanzen zu trocknen, lege sie an einen trockenen, luftigen und schattigen Ort. Du kannst die Pflanzen auch zu Bündeln zusammenbinden und kopfüber an einen luftigen Ort aufhängen.
Getrocknete Pflanzen lassen sich gut in Gläser oder Dosen an einem dunklen, trockenen Ort aufbewahren. Beschriften nicht vergessen.